Hannah Dewor
ist diplomierte zeitgenössische und Moderne Bühnentänzerin (Studium in Köln und Amsterdam) und schloss 2012 das Masterstudium Contemporary Dance Education (ehemals. Masterstudiengang Zeitgenössische Tanzpädagogik) an der Hochschule für Musik und Darstellende Kunst Frankfurt ab. Sie ist seither hauptsächlich in Frankfurt am Main und im Rhein-Main Gebiet als Tänzerin, Choreografin und Tanzdozentin tätig und erweitert seit 2023 ihr berufliches Profil im Tanz.
Tanz
Neben Engagements als Tänzerin in freien Tanzproduktionen (u.a. Amelia Uzategui Bonilla/T.I.A. dance productions,Yves Thuwis de Leew/Nevski Prospekt, Richard Siegal/The Bakery) ist Hannah an Theaterhäusern wie der 'Oper Frankfurt' (u.a. Spielzeit 21/22, 23/24) auf der Bühne zu sehen. Im Jahr 2022 taucht Hannah in die House Dance Community ein und besucht seither regelmäßig Jams, Klassen und Workshops bei Dozent:innen wie Rabah, Kyle, Khoudia und Yugson (Winter Dance Forever Amsterdam, Juste Debout Gold Hamburg) um ihren House Tanzstil weiterzuentwickeln und ihre tänzerische Praxis zu erweitern.
Choreografie
Hannah Dewor choreografiert für eigene Tanzprojekte und Kollaborationen.
2014 ruft sie zusammen mit der Choreografin Jungyeon Kim das mixed-abled Ensemble Barefeet ins Leben, welches sie bis Mitte 2022 gemeinsam künstlerisch leiten. Die Produktionen des Ensembles wurden u.a. vom Kulturamt der Stadt Frankfurt am Main und Aktion Mensch gefördert und im Gallustheater Frankfurt sowie am Landestheater Neuss gezeigt (www.ensemble-barefeet.de). Seit 2022 betreut Hannah Dewor das Ensemblegruppe im Rahmen von Tanzkursen alleine und vernetzt von dort ausgehend ihre tänzerische Arbeit mit Schwerpunkt mixed-ability in weitere Kontexte. Ihr besonderes Interesse gilt der Erforschung von sog. aesthetics of access (dt: Ästhetik der Barrierefreiheit). Als Sehbehinderte Künstlerin ist sie sich der Unterschiedlichkeit von Wahrnehmungsstilen bewusst und verfolgt das Ziel zeitgenössischen Tanz für möglichst viele Menschen zugänglich und erlebbar zu machen. Ihr Workshopformat mit Fokus auf zeitgenössische Tanztechniken in Verbindung mit Zugbändern (Pull&Release/Familienbande) konnte sie am Staatstheater Wiesbaden und Darmstadt und beim Frankfurter Tanzsommer (Co-Teaching mit Karoline Hinkfoth) mit tanzinteressierten Menschen teilen. Im Mai 2025 erhielt Hannah gemeinsam mit Amelia Uzategui Bonilla
Gemeinsam mit der Choreografin Wiebke Dröge entwickelte Hannah von 2017-2020 künstlerische Arbeiten im Spannungsfeld von Choreografie, Bewegung und Installation (u.a. Luminale 2018 und FLUX Residenz 2019 (gefördert vom Kulturkoffer und „Kultur macht stark“ (BfDK))).
Tanzvermittlung im Kontext kultureller Bildung
Seit 2010 leitet Hannah tanzpädagogische und choreografische Arbeiten mit Jugendlichen im Rahmen von Tanz-in-Schulen Projekten im Auftrag der Tanzplattform Rhein-Main und in Kooperation mit dem Kulturamt Frankfurt im Projekt „You&Eye“. In Kooperation mit dem Internationalen Bund und in Zusammenarbeit mit Ewelina Zielonka entstand 2019 „Mein Gallus.Dein Gallus“, ein intergenerationales site-specific Tanzprojekt. Sie leitet Fortbildungen für zeitgenössische Tanzvermittlung für Lehrkräfte im Fach Darstellendes Spiel und Musik.
Intimacy Coordination und Choreography
Als Stipendiatin im STEP-Programm der HessenFilm & Medien GmbH absolvierte schloss eine Weiterbildung zur Intimitätskoordinatorin für Film und Fernsehen bei culture change hub Berlin (Leitung: Barbara Rohm). Von Kim Shively und Laura Rikard (Theatrical Intimacy Education (USA)) lernte sie die sog. „5 best practices“ und von Cornelia Dvorak (Stuntkoordinatorin und Intimitätskoordinatorin) sog. „anchoringtechniken“ für die Inszenierung von Szenen mit simulierter Intimität kennen. Es war ein wichtiges Anliegen für Hannah zusätzlich die Qualifizierung für Intimacy Direction/Choreography für Tanz, Theater und live Performances zum erhalten (Juni 2023, Theatrical Intimacy Education (USA)), um ihre Arbeit als Intimacy Choreographer im Kontext von Darstellender Bühnenkunst zu beginnen. Seit der Weiterbildung überträgt sie die erlernten Inhalte immer wieder auf ihre tänzerische und tanzpädagogische Arbeit und arbeitete zum ersten Mal als Intimacy Choreographer für die Produktion „Interrupting the Thrill of Exactitude“ (T.I.A. dance productions) in 2024.
Tanz und Audiodeskription
Von Oktober 2024 bis Februar 2025 nahm Hannah Dewor am Qualifizierungsprogramm für Audiodeskription im Tanz teil (veranstaltet vom Künstler*innenhaus Mousonturm, Leitung: Melanie Hambrecht und Fabian Lilian Korner) und entwickelte und sprach im Rahmen der Premiere zu „Chronicles“, ein Tanzabend des Hessischen Staatsballetts, die live Audiodeskription zu den Choreografien „Holding Space“ (Anouk van Dijk) und „Moon Fall“ (Dunja Jocic).
Kulturpolitisches Engagement
Um die Arbeitsbedingungen der freien Tanz- und Performanceszene Frankfurts zu verbessern, engagierte sich Hannah Dewor von 2018 bis Mitte 2025 als Vorstandsmitglied (Vorstandsbeisitz ab 2022) bei ID_Independent Dance and Performance Frankfurt e.V..
Kooperationen und Förderinstitutionen
AtelierFrankfurt
Burg Fürsteneck
Crespo Foundation Frankfurt
Deutsches Architekturmuseum Frankfurt
Fonds Darstellende Künste e.V.
Gallus Theater
Hessische Kulturstiftung
ID_Frankfurt e.V.
Implantieren 2018
Jugendmigrationsdienste im Quartier/Internationaler Bund
krank festival 2017
Kulturamt der Stadt Frankfurt
Landestheater Neuss
Lebenshilfe Frankfurt e.V.
Luminale 2018
Museum für Moderne Kunst Frankfurt
Palmengarten Frankfurt
Stiftung HandicapAId